Stress mit Reihengeschäften

Reihengeschäftrechner Deutschland 2020:

Wählen Sie die am Reihengeschäft beteiligten Länder in der Reihenfolge des Verrechnungsweges aus:

Land des 1. Unternehmers (U1): DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
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kein 4. Landzur alten Rechtslage
Information EU-Quick-Fixes
Land des 2. Unternehmers (U2):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 3. Unternehmers (U3):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 4. Unternehmers (U4):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Veranlasser des Transports:1. Unternehmer3. Unternehmer4. Unternehmer2. Unternehmer als Lieferer
             
 
Musterseite des Reihengeschäftrechners: Die nachfolgenden Reihengeschäftauswertung entspricht den in der Basis- und Vollversion enthaltenen Informationen. Mit Ihrer Registrierung im Reihengeschäftrechner erhalten Sie Zugang zu Reihengeschäftauswertungen in dieser Form für alle 5000 Beispiele des Reihengeschäftrechners.
 
Reihengeschäftrechner Deutschland / FR-CH-DE-AT U2 versendet
 

Sachverhalt:

Ein österreichischer Unternehmer U4 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem deutschen Lieferanten U3 (=2. Abnehmer) eine Maschine. Dieser wiederum bestellt die Maschine beim Schweizer Großhändler U2 (=1. Abnehmer). Da der Großhändler U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim französischen Produzenten U1 (=erster Lieferer). Der Schweizer Großhändler U2 holt die Maschine vom Produzenten U1 in Frankreich ab und liefert diese direkt an den österreichischen Unternehmer U4.

Kurzbeschreibung des Reihengeschäfts:

  • Registrierungspflichten:
    • Der Schweizer Unternehmer U2 muss sich im Bestimmungsland Österreich registrieren lassen.
    • Der deutsche Unternehmer U3 muss sich ebenfalls im Bestimmungsland Österreich registrieren lassen.

  • "Lieferung 1" von U1 (Frankreich) an U2 (Schweiz)
  • "Lieferung 2" von U2 (Schweiz) an U3 (Deutschland)
    • Ruhende Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG
    • Steuerbare Lieferung in Österreich (U4)

  • "Lieferung 3" von U3 (Deutschland) an U4 (Österreich)
    • Ruhende Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG
    • Steuerbare Lieferung in Österreich (U4)

Detailbeschreibungen aus der Sicht der einzelnen Unternehmer:

Aus der Sicht des ersten Lieferers U1 (aus Frankreich):

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. § 4 Nr.1 Buchst. b UStG iVm. § 6a UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen (französischen) USt-IdNr. sowie der österreichischen USt-IdNr. des Schweizer Unternehmers U2.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als innergemeinschaftliche Lieferung.

    • Zusammenfassende Meldung (ZM):
      Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die österreichische USt-IdNr. des Schweizer Unternehmers U2.

    • Intrastat-Meldung:
      Versendungsmeldung mit Bestimmungsland Österreich.

Aus der Sicht des 1. Abnehmers U2 (aus der Schweiz):

  • Registrierung:

    • Der Schweizer Unternehmer U2 muss sich im Bestimmungsland Österreich registrieren lassen und gegenüber U1 und U3 mit seiner österreichischen USt-IdNr. auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der österreichischen UVA und Intrastat einzutragen.

  • Eingangsrechnung:

    • UVA (beim österreichischen Finanzamt):
      Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer und ist als innergemeinschaftlicher Erwerb in der UVA zu erfassen. D.h. auf der einen Seite muss die Erwerbsteuer abgeführt werden und auf der anderen Seite besteht die Vorsteuerabzugsberechtigung in gleicher Höhe.

    • Intrastat-Meldung (bei der österreichischen Behörde):
      Eingangsmeldung mit Versendungsland Frankreich.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist in Österreich (U4) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 20 % österreichischer Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen österreichischen USt-IdNr. ausgestellt werden.

    • UVA (beim österreichischen Finanzamt):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung und Abfuhr der Umsatzsteuer aus dieser Lieferung an das österreichische Finanzamt.

Aus der Sicht des 2. Abnehmers U3 (aus Deutschland):

  • Registrierung:

    • Der deutsche Unternehmer U3 muss sich im Bestimmungsland Österreich registrieren lassen und gegenüber U2 und U4 mit seiner österreichischen USt-IdNr. auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der österreichischen UVA einzutragen.

  • Eingangsrechnung:

    • UVA (beim österreichischen Finanzamt):
      Die in der Eingangsrechnung enthaltene österreichische Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist dementsprechend in der UVA zu erfassen.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist in Österreich (U4) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 20 % österreichischer Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen österreichischen USt-IdNr. ausgestellt werden.

    • UVA (beim österreichischen Finanzamt):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung und Abfuhr der Umsatzsteuer aus dieser Lieferung an das österreichische Finanzamt.

Aus der Sicht des letzten Abnehmers U4 (aus Österreich):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die in der Eingangsrechnung enthaltene (österreichische) Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist dementsprechend in der UVA zu erfassen.

Anmerkungen zum Reihengeschäft:

  • Wenn der Schweizer Unternehmer U2 nicht mit einer österreichischen USt-IdNr. auftritt sondern mit einer anderen USt-IdNr., so wird ein zusätzlicher innergemeinschaftlicher Erwerb im UID-Land ohne Recht auf Vorsteuerabzug ausgelöst (§ 3d Satz 2 UStG). Das bedeutet, dass der Unternehmer U2 im Land der verwendeten USt-IdNr. Erwerbsteuer bezahlen muss, aber nicht wie gewohnt diesen Betrag zugleich als Vorsteuer geltend machen kann. Siehe auch 3.14. Abs. 13 Beispiel a1 UStAE.

  • Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in Frankreich und in Österreich die deutschen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur deutschen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!

  • Zusätzlich zu den oben angeführten Eintragungen in der UVA sind die in Deutschland nicht steuerbaren Umsätze, deren Leistungsort nicht im Inland liegt und die der Umsatzsteuer unterlägen, wenn sie im Inland ausgeführt worden wären, in der deutschen UVA in Zeile 41/KZ 45 zu erfassen.

  • Die englische Version finden Sie im chaintransaction-calculator.de.

  • Die Beurteilung dieses Reihengeschäfts aus österr. Sicht finden Sie im reihengeschaeftrechner.at.

  • Alternativlösung A: Wenn der Schweizer Unternehmer U2 gegenüber dem französischen Unternehmer U1 mit einer französischen USt-IdNr. auftritt, findet die bewegte (steuerbefreite) Lieferung zwischen U2 und U3 statt. Dadurch sind die Vereinfachungsregeln des Dreiecksgeschäfts anwendbar und die Steuerschuld des deutschen Unternehmers U3 geht auf den österreichischen Unternehmer U4 über. Die Lieferung von U1 an U2 ist dann allerdings als ruhende Lieferung in Frankreich steuerbar (20% franz. USt). Zur detaillierten Auswertung dieser Variante gelangen Sie über den Button "U2 als Lieferer" in der Auswahlmaske.

 
Skizze
 
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