Stress mit Reihengeschäften

Reihengeschäftrechner Deutschland:

Wählen Sie die am Reihengeschäft beteiligten Länder in der Reihenfolge des Verrechnungsweges aus. Für die Beurteilung des Reihengeschäfts muss auch ausgewählt werden, welcher der beteiligten Unternehmer den Transport beauftragt. Nach dieser Auswahl erscheint unmittelbar das Ergebnis. Die bereits ausgewählten Länder können Sie jederzeit über die Eingabemaske abändern.

Land des 1. Unternehmers (U1): DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
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Land des 2. Unternehmers (U2):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 3. Unternehmers (U3):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 4. Unternehmers (U4):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Veranlasser des Transports:2. Unternehmer3. Unternehmer2. Unternehmer als Lieferer
             
 
Reihengeschäftrechner Deutschland / FR-DE-AT / U1 versendet
 

Sachverhalt:

Ein österreichischer Unternehmer U3 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem deutschen Lieferanten U2 (=1. Abnehmer) eine Maschine. Da der Lieferant U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim französischen Großhändler U1 (=erster Lieferer) und weist diesen an, die Maschine direkt an den österreichischen Unternehmer U3 zu liefern.

Kurzbeschreibung des Dreiecksgeschäfts:

  • Registrierungspflichten:
    • Aufgrund der Vereinfachungsregelung für Dreiecksgeschäfte (§ 25b UStG) ist für den ersten Abnehmer U2 keine Registrierung im Bestimmungsland erforderlich.

  • "Lieferung 1" von U1 (Frankreich) an U2 (Deutschland)
    • Bewegte Lieferung gem. § 3 Abs. 6 UStG
    • Steuerbare steuerbefreite Lieferung in Frankreich (U1)
    • Steuerbefreiung gem. § 4 Zif.1 Lit.b UStG iVm. § 6a UStG (Innergemeinschaftliche Lieferung)

  • "Lieferung 2" von U2 (Deutschland) an U3 (Österreich)
    • Ruhende Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG
    • Steuerbare Lieferung in Österreich (U3)
    • Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG: Die Steuerschuld des deutschen Unternehmers U2 geht auf den österreichischen Unternehmer U3 über (Reverse-Charge-Verfahren).

Detailbeschreibungen aus der Sicht der einzelnen Unternehmer:

Aus der Sicht des ersten Lieferers U1 (aus Frankreich):

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung gem. § 4 Zif.1 Lit.b UStG iVm. § 6a UStG (Innergemeinschaftliche Lieferung) und Angabe der eigenen (französischen) UID-Nummer sowie der (deutschen) UID-Nummer des deutschen Unternehmers U2.
      Auf dieser Rechnung erfolgt kein Hinweis auf das Dreiecksgeschäft!

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als innergemeinschaftliche Lieferung.

    • Zusammenfassende Meldung (ZM):
      Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die (deutsche) UID-Nummer des deutschen Unternehmers U2.
      Keine Kennzeichnung als Dreiecksgeschäft!

    • Intrastat-Meldung:
      Versendungsmeldung mit Bestimmungsland Österreich.

Aus der Sicht des ersten Abnehmers U2 (aus Deutschland):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer. Der innergemeinschaftliche Erwerb des ersten Abnehmers im Rahmen eines Dreiecksgeschäfts gilt als besteuert und ist somit (aus deutscher Sicht) in der deutschen UVA nicht zu erfassen. Voraussetzung ist, dass der Unternehmer U2 nachweist, dass ein solches Dreiecksgeschäft vorliegt und er seiner Erklärungspflicht (durch Aufnahme der Ausgangsrechnung an U3 in die Zusammenfassende Meldung) nachgekommen ist.
      D.h. obwohl der Unternehmer U1 eine Innergemeinschaftliche Lieferung meldet, hat der Unternehmer U2 keinen Innergemeinschaftlichen Erwerb zu melden.

    • Intrastat-Meldung:
      Bei Dreiecksgeschäften hat der 1. Abnehmer U2 keine Meldepflicht.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Die Rechnung muss ohne Umsatzsteuer ausgestellt werden und folgende Hinweise enthalten: "Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG" und "Übergang der Steuerschuld gem. § 25b Abs. 2 UStG" (siehe auch § 25b.1. Abs. 6 UStAE). In der Rechnung muss neben der eigenen (deutschen) UID-Nummer die UID-Nummer des österreichischen Unternehmers U3 angegeben werden.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Aufgrund der Vereinfachungsregelung des Dreiecksgeschäfts geht die Steuerschuld aus dieser Lieferung auf den österreichischen Unternehmer (U3) über. Der Wert der Ausgangsrechnung muss aber dennoch in Zeile 38/KZ 42 erfasst werden (aus deutscher Sicht).

    • Zusammenfassende Meldung (ZM):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts an die UID-Nummer des österreichischen Unternehmers U3 und Kennzeichung als Dreiecksgeschäft.

Aus der Sicht des letzten Abnehmers U3 (aus Österreich):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer, jedoch den Hinweis auf das Vorliegen eines Dreiecksgeschäfts und den Übergang der Steuerschuld. Der österreichische Unternehmer U3 hat daher die Steuer nach den österreichischen Steuersätzen selbst zu berechnen und einerseits als Steuerbeträge nach § 25b Abs. 2 UStG und andererseits als Vorsteuern aus innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften gem. § 25b Abs. 5 UStG in der UVA zu erfassen. Dieser Vorgang ist ein Nullsummenspiel und ergibt keine Zahllast.

    • Intrastat-Meldung:
      Eingangsmeldung mit Versendungsland Frankreich.

Anmerkungen zum Dreiecksgeschäft:

  • Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in Frankreich und in Österreich die deutschen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur deutschen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!

  • Allgemeine Informationen zur Beurteilung von Dreiecksgeschäften finden Sie unter www.dreiecksgeschaeft.de.

  • Die Beurteilung dieses Dreiecksgeschäfts aus österreichischer Sicht finden Sie hier.

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