Stress mit Reihengeschäften

Reihengeschäftrechner Deutschland 2019:

Wählen Sie die am Reihengeschäft beteiligten Länder in der Reihenfolge des Verrechnungsweges aus. Für die Beurteilung des Reihengeschäfts muss auch ausgewählt werden, welcher der beteiligten Unternehmer den Transport beauftragt. Nach dieser Auswahl erscheint unmittelbar das Ergebnis. Die bereits ausgewählten Länder können Sie jederzeit über die Eingabemaske abändern.

Land des 1. Unternehmers (U1): DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
HilfeNeue Auswahl
LänderauswahlDruckversion
kein 4. LandRechtslage ab 01.01.2020
3. Unternehmer als Lieferer
Land des 2. Unternehmers (U2):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 3. Unternehmers (U3):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 4. Unternehmers (U4):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Veranlasser des Transports:1. Unternehmer2. Unternehmer4. Unternehmer2. Unternehmer als Lieferer
             
 
Musterseite des Reihengeschäftrechners: Die nachfolgenden Reihengeschäftauswertung entspricht den in der Basis- und Vollversion enthaltenen Informationen. Mit Ihrer Registrierung im Reihengeschäftrechner erhalten Sie Zugang zu Reihengeschäftauswertungen in dieser Form für alle 5000 Beispiele des Reihengeschäftrechners.
 
Reihengeschäftrechner Deutschland / PL-FR-DE-DE U3 versendet
 

Sachverhalt:

Ein deutscher Unternehmer U4 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem deutschen Lieferanten U3 (=2. Abnehmer) eine Maschine. Dieser wiederum bestellt die Maschine beim französischen Großhändler U2 (=1. Abnehmer). Da der Großhändler U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim polnischen Produzenten U1 (=erster Lieferer). Der deutsche Unternehmer U3 holt die Maschine vom Produzenten U1 in Polen ab und liefert diese direkt an den deutschen Unternehmer U4.

Kurzbeschreibung des Reihengeschäfts:

  • Registrierungspflichten:
    • Der französische Unternehmer U2 muss sich im Land des 1. Unternehmers U1 (Polen) registrieren lassen.

  • "Lieferung 1" von U1 (Polen) an U2 (Frankreich)
    • Ruhende Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG
    • Steuerbare Lieferung in Polen (U1)

  • "Lieferung 2" von U2 (Frankreich) an U3 (Deutschland)
    • Bewegte Lieferung gem. § 3 Abs. 6 UStG
    • Steuerbare steuerbefreite Lieferung in Polen (U1)
    • Steuerbefreiung gem. § 4 Zif.1 Lit.b UStG iVm. § 6a UStG (Innergemeinschaftliche Lieferung)

  • "Lieferung 3" von U3 (Deutschland) an U4 (Deutschland)
    • Ruhende Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG
    • Steuerbare Lieferung in Deutschland (U4)

Detailbeschreibungen aus der Sicht der einzelnen Unternehmer:

Aus der Sicht des ersten Lieferers U1 (aus Polen):

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist in Polen (U1) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 23 % polnischer Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen (polnischen) USt-IdNr. ausgestellt werden.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung.

Aus der Sicht des 1. Abnehmers U2 (aus Frankreich):

  • Registrierung:

    • Der französische Unternehmer U2 muss sich im Land des 1. Unternehmers U1 (Polen) registrieren lassen und gegenüber U1 und U3 mit seiner polnischen USt-IdNr. auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der polnischen UVA, ZM und Intrastat einzutragen.

  • Eingangsrechnung:

    • UVA (beim polnischen Finanzamt):
      Die in der Eingangsrechnung enthaltene polnische Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist dementsprechend in der UVA zu erfassen.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. § 4 Zif.1 Lit.b UStG iVm. § 6a UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen polnischen USt-IdNr. sowie der (deutschen) USt-IdNr. des deutschen Unternehmers U3.

    • UVA (beim polnischen Finanzamt):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als innergemeinschaftliche Lieferung.

    • ZM (beim polnischen Finanzamt):
      Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die (deutsche) USt-IdNr. des deutschen Unternehmers U3.

    • Intrastat-Meldung (bei der polnischen Behörde):
      Versendungsmeldung mit Bestimmungsland Deutschland.

Aus der Sicht des 2. Abnehmers U3 (aus Deutschland):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer und ist als innergemeinschaftlicher Erwerb in der UVA zu erfassen. D.h. auf der einen Seite muss die Erwerbsteuer (Zeile 33/KZ 89) abgeführt werden und auf der anderen Seite besteht die Vorsteuerabzugsberechtigung (Zeile 54/KZ 61) in gleicher Höhe.

    • Intrastat-Meldung:
      Eingangsmeldung mit Versendungsland Polen.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist in Deutschland (U4) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 19 % deutscher Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen (deutschen) USt-IdNr. ausgestellt werden.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts in der Zeile 26/KZ 81 als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung.

Aus der Sicht des letzten Abnehmers U4 (aus Deutschland):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die in der Eingangsrechnung enthaltene (deutsche) Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist in der UVA in Zeile 53/KZ 66 zu erfassen.

Anmerkungen zum Reihengeschäft:

  • Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer U1 und U2 stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in Polen die deutschen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur deutschen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!

  • Allgemeine Informationen zur Beurteilung von Reihengeschäften finden Sie unter www.reihengeschaefte.de.

  • Die englische Version finden Sie im chaintransaction-calculator.de.

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