Stress mit Reihengeschäften

Reihengeschäftrechner Deutschland 2020:

Wählen Sie die am Reihengeschäft beteiligten Länder in der Reihenfolge des Verrechnungsweges aus:

Land des 1. Unternehmers (U1): DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
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Information EU-Quick-Fixes
Land des 2. Unternehmers (U2):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 3. Unternehmers (U3):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 4. Unternehmers (U4):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Veranlasser des Transports:1. Unternehmer3. Unternehmer2. Unternehmer als Lieferer
             
 
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Reihengeschäftrechner Deutschland / FR-DE-PL / U2 versendet
 

Sachverhalt:

Ein polnischer Unternehmer U3 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem deutschen Lieferanten U2 (=1. Abnehmer) eine Maschine. Da der Lieferant U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim französischen Großhändler U1 (=erster Lieferer). Der deutsche Unternehmer U2 holt die Maschine vom Großhändler U1 in Frankreich ab und liefert diese direkt an den polnischen Unternehmer U3.

Kurzbeschreibung des Dreiecksgeschäfts:

  • Registrierungspflichten:
    • Aufgrund der Vereinfachungsregelung für Dreiecksgeschäfte (§ 25b UStG) ist für den ersten Abnehmer U2 keine Registrierung im Bestimmungsland erforderlich.

  • "Lieferung 1" von U1 (Frankreich) an U2 (Deutschland)
  • "Lieferung 2" von U2 (Deutschland) an U3 (Polen)
    • Ruhende Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG
    • Steuerbare Lieferung in Polen (U3)
    • Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG

  • Besonderes Merkmal dieses Dreiecksgeschäfts
    • Durch die Anwendung der Vereinfachungsregelung für Dreiecksgeschäfte gem. § 25b UStG geht die Steuerschuld des deutschen Unternehmers U2 auf den polnischen Unternehmer U3 über (Reverse-Charge-Verfahren).

Detailbeschreibungen aus der Sicht der einzelnen Unternehmer:

Aus der Sicht des ersten Lieferers U1 (aus Frankreich):

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. § 4 Zif.1 Lit.b UStG iVm. § 6a UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen (französischen) USt-IdNr. sowie der (deutschen) USt-IdNr. des deutschen Unternehmers U2.
      Auf dieser Rechnung erfolgt kein Hinweis auf das Dreiecksgeschäft!

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als innergemeinschaftliche Lieferung.

    • Zusammenfassende Meldung (ZM):
      Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die (deutsche) USt-IdNr. des deutschen Unternehmers U2.
      Keine Kennzeichnung als Dreiecksgeschäft!

    • Intrastat-Meldung:
      Versendungsmeldung mit Bestimmungsland Polen.

Aus der Sicht des ersten Abnehmers U2 (aus Deutschland):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer. Der innergemeinschaftliche Erwerb des ersten Abnehmers im Rahmen eines Dreiecksgeschäfts gilt als besteuert und ist somit (aus deutscher Sicht) in der deutschen UVA nicht zu erfassen. Voraussetzung ist, dass der Unternehmer U2 nachweist, dass ein solches Dreiecksgeschäft vorliegt und er seiner Erklärungspflicht (durch Aufnahme der Ausgangsrechnung an U3 in die Zusammenfassende Meldung) nachgekommen ist.
      D.h. obwohl der Unternehmer U1 eine innergemeinschaftliche Lieferung meldet, hat der Unternehmer U2 keinen innergemeinschaftlichen Erwerb zu melden.

    • Intrastat-Meldung:
      Bei Dreiecksgeschäften hat der 1. Abnehmer U2 keine Meldepflicht.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Die Rechnung muss ohne Umsatzsteuer ausgestellt werden und folgende Hinweise enthalten: "Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 141 der Richtlinie 2006/112/EC) und "Übergang der Steuerschuld gem. § 25b Abs. 2 UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 197 der Richtlinie 2006/112/EC) (siehe auch § 25b.1. Abs. 6 UStAE). In der Rechnung muss neben der eigenen (deutschen) USt-IdNr. die (polnische) USt-IdNr. des polnischen Unternehmers U3 angegeben werden.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Aufgrund der Vereinfachungsregelung des Dreiecksgeschäfts geht die Steuerschuld aus dieser Lieferung auf den polnischen Unternehmer U3 über. Der Wert der Ausgangsrechnung muss aber dennoch in Zeile 38/KZ 42 erfasst werden (aus deutscher Sicht).

    • Zusammenfassende Meldung (ZM):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts an die (polnische) USt-IdNr. des polnischen Unternehmers U3 und Kennzeichung als Dreiecksgeschäft.

Aus der Sicht des letzten Abnehmers U3 (aus Polen):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer, jedoch den Hinweis auf das Vorliegen eines Dreiecksgeschäfts und den Übergang der Steuerschuld. Der polnische Unternehmer U3 hat daher die Steuer nach den polnischen Steuersätzen selbst zu berechnen und einerseits als Steuerbeträge nach § 25b Abs. 2 UStG und andererseits als Vorsteuern aus innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften gem. § 25b Abs. 5 UStG in der UVA zu erfassen. Dieser Vorgang ist ein Nullsummenspiel und ergibt keine Zahllast.

    • Intrastat-Meldung:
      Eingangsmeldung mit Versendungsland Frankreich.

Anmerkungen zum Dreiecksgeschäft:

  • Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in allen beteiligten Ländern die deutschen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur deutschen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!

  • Die genauen Voraussetzungen für die Anwendbarkeit der Vereinfachungsregeln für Dreiecksgeschäfte finden Sie unter www.dreiecksgeschaeft.de.

  • Die englische Version finden Sie im chaintransaction-calculator.de.

  • Alternativlösung A: Wenn der deutsche Unternehmer U2 gegenüber dem französischen Unternehmer U1 mit einer französischen USt-IdNr. auftritt, findet die bewegte (steuerbefreite) Lieferung zwischen U2 und U3 statt. Die Lieferung von U1 an U2 ist dann allerdings als ruhende Lieferung in Frankreich steuerbar (20% franz. USt). Zur detaillierten Auswertung dieser Variante gelangen Sie über den Button "U2 als Lieferer" in der Auswahlmaske.

  • Alternativlösung B: Wenn die Vereinfachungsregelung für Dreiecksgeschäfte nicht angewendet werden soll oder darf (beispielsweise, wenn der deutsche Unternehmer U2 in Polen ansässig ist), dann ist die Lieferung von U2 an U3 in Polen steuerbar (23% poln. USt) und der deutsche Unternehmer U2 muss sich gegebenenfalls in Polen registrieren lassen.

 
Skizze
 
 
Skizze
 
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