Stress mit Reihengeschäften

Reihengeschäftrechner Deutschland:

Wählen Sie die am Reihengeschäft beteiligten Länder in der Reihenfolge des Verrechnungsweges aus. Für die Beurteilung des Reihengeschäfts muss auch ausgewählt werden, welcher der beteiligten Unternehmer den Transport beauftragt. Nach dieser Auswahl erscheint unmittelbar das Ergebnis. Die bereits ausgewählten Länder können Sie jederzeit über die Eingabemaske abändern.

Land des 1. Unternehmers (U1): DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
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kein 4. LandDruckversion
3. Unternehmer als Lieferer
Land des 2. Unternehmers (U2):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 3. Unternehmers (U3):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Land des 4. Unternehmers (U4):DeutschlandOesterreichFrankreichPolenSchweiz
Veranlasser des Transports:1. Unternehmer2. Unternehmer4. Unternehmer2. Unternehmer als Lieferer
             
 
Reihengeschäftrechner Deutschland / CH-DE-AT-FR U3 versendet
 

Sachverhalt:

Ein französischer Unternehmer U4 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem österreichischen Lieferanten U3 (=2. Abnehmer) eine Maschine. Dieser wiederum bestellt die Maschine beim deutschen Großhändler U2 (=1. Abnehmer). Da der Großhändler U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim Schweizer Produzenten U1 (=erster Lieferer). Der österreichische Unternehmer U3 holt die Maschine vom Produzenten U1 in der Schweiz ab und liefert diese direkt an den Unternehmer U4 nach Frankreich. Der österreichische Unternehmer U3 meldet die Waren zum freien Verkehr in Frankreich an.

Kurzbeschreibung des Reihengeschäfts:

  • Registrierungspflichten:
    • Der deutsche Unternehmer U2 muss sich aus deutscher Sicht im Land des 1. Unternehmers U1 (Schweiz) registrieren lassen.
    • Der österreichische Unternehmer U3 muss sich im Bestimmungsland Frankreich registrieren lassen.

  • "Lieferung 1" von U1 (Schweiz) an U2 (Deutschland)
    • Ruhende Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG
    • Aus deutscher Sicht liegt eine steuerbare Lieferung in der Schweiz (U1) vor.

  • "Lieferung 2" von U2 (Deutschland) an U3 (Österreich)
    • Bewegte Lieferung gem. § 3 Abs. 6 UStG
    • Steuerbare steuerbefreite Lieferung in der Schweiz (U1)
    • Steuerbefreiung (aus deutscher Sicht) gem. § 4 Zif.1 Lit.a UStG iVm. § 6 UStG (Ausfuhrlieferung)

  • "Lieferung 3" von U3 (Österreich) an U4 (Frankreich)
    • Ruhende Lieferung gem. § 3 Abs. 7 UStG
    • Steuerbare Lieferung in Frankreich (U4)

Detailbeschreibungen aus der Sicht der einzelnen Unternehmer:

Aus der Sicht des ersten Lieferers U1 (aus der Schweiz):

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist aus deutscher Sicht in der Schweiz (U1) steuerbar. Die Rechnung muss wahrscheinlich mit Schweizer Umsatzsteuer ausgestellt werden. Ob dieses Umsatzgeschäft einer Umsatzsteuer unterliegt richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen des Drittlands und wird hier nicht näher analysiert, da die Schweiz in diesem Beispiel nur symbolisch für eines von vielen möglichen Drittländern steht.

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Eine Erfassung in der UVA richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen des Drittlands.

Aus der Sicht des ersten Abnehmers U2 (aus Deutschland):

  • Registrierung:

    • Der deutsche Unternehmer U2 muss sich aus deutscher Sicht im Land des 1. Unternehmers U1 (Schweiz) registrieren lassen. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der Schweizer UVA einzutragen.

  • Eingangsrechnung:

    • UVA (beim Schweizer Finanzamt):
      Ob eine Erfassung in der UVA (des Drittlands) zu erfolgen hat, richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen des Drittlands und wird hier nicht näher analysiert, da die Schweiz in diesem Beispiel nur symbolisch für eines von vielen möglichen Drittländern steht.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung gem. § 4 Zif.1 Lit.a UStG iVm. § 6 UStG (steuerfreie Ausfuhrlieferung).

    • UVA (beim Schweizer Finanzamt):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als steuerfreie Ausfuhrlieferung.

Aus der Sicht des zweiten Abnehmers U3 (aus Österreich):

  • Registrierung:

    • Der österreichische Unternehmer U3 muss sich im Bestimmungsland Frankreich registrieren lassen und gegenüber U4 mit seiner französischen UID-Nummer auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der französischen UVA einzutragen.

  • Eingangsrechnung:

    • Einfuhrumsatzsteuer:
      Nachdem der österreichische Unternehmer U3 beim Grenzübertritt die umsatzsteuerliche Verfügungsmacht über die Waren hat und Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer ist, ist er zum Vorsteuerabzug aus dem Titel der EUSt berechtigt.

    • UVA (beim französischen Finanzamt):
      Für die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs aus dem Titel der EUSt ist die Einfuhrumsatzsteuer in die UVA als "Entstandene Einfuhrumsatzsteuer" einzutragen.

  • Ausgangsrechnung:

    • Fakturierung:
      Diese Lieferung ist in Frankreich (U4) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 20 % französischer Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen französischen UID-Nummer ausgestellt werden.

    • UVA (beim französischen Finanzamt):
      Erfassung des Umsatzgeschäfts als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung und Abfuhr der Umsatzsteuer aus dieser Lieferung an das französische Finanzamt.

Aus der Sicht des letzten Abnehmers U4 (aus Frankreich):

  • Eingangsrechnung:

    • Umsatzsteuervoranmeldung (UVA):
      Die in der Eingangsrechnung enthaltene (französische) Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist dementsprechend in der UVA zu erfassen.

Anmerkungen zum Reihengeschäft:

  • ACHTUNG: Wenn der österreichische Unternehmer U3 nicht mit einer französischen UID-Nummer auftritt sondern beispielsweise mit seiner eigenen österreichischen UID-Nummer, so wird ein Innergemeinschaftlicher Erwerb im UID-Land ohne Recht auf Vorsteuerabzug ausgelöst (§ 3d Satz 2 UStG). Das bedeutet, dass der Unternehmer U3 in Österreich Erwerbsteuer bezahlen muss, aber nicht wie gewohnt diesen Betrag zugleich als Vorsteuer geltend machen kann. Siehe auch 3.14. Abs. 13 Beispiel a1 UStAE.

  • Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in der Schweiz und in Frankreich die deutschen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur deutschen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!

  • Allgemeine Informationen zur Beurteilung von Reihengeschäften finden Sie unter www.reihengeschaefte.de.

  • Die Beurteilung dieses Reihengeschäfts aus österreichischer Sicht finden Sie hier.

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